Das ist der Kern der Systemwette. Sie verzeiht einen oder mehrere Fehler, und dafür zahlen Sie. Sie setzen auf jede einzelne Kombi, und wenn alles aufgeht, bekommen Sie deutlich weniger heraus als mit einer einzigen großen Kombi. Auf dieser Seite rechnen wir das Beispiel vollständig durch, auch für den Fall mit vier und mit nur zwei richtigen Tipps. Dazu kommen die Zahl der Kombis für die üblichen Systeme, das Banksystem mit eigenem Rechenbeispiel und die Frage, ab welcher Quote sich ein System überhaupt trägt. Wir haben jede Zahl auf dieser Seite nachgerechnet. Wo wir gerundet haben, ist das angegeben.
So funktioniert eine Systemwette
Für jede Systemwette brauchen Sie drei Angaben. Die erste ist die Zahl der Tipps, die Sie auswählen. Sie wird mit n bezeichnet. Die zweite ist die Größe der einzelnen Kombis, bezeichnet mit k. Die dritte ist der Einsatz, der auf jede dieser Kombis entfällt. Aus den ersten beiden ergibt sich der Name: „3 aus 4“ bedeutet, dass aus vier Tipps alle möglichen Dreierkombis gebildet werden. „2 aus 3“ bedeutet alle Zweierkombis aus drei Tipps.
Jede Kombi innerhalb des Systems wird so abgerechnet wie eine gewöhnliche Kombiwette. Ihre Quote ist das Produkt der enthaltenen Einzelquoten. Sie gewinnt nur, wenn alle ihre Tipps richtig sind. Der Rückfluss des ganzen Systems ist die Summe aller gewonnenen Kombis. Verlorene Kombis bringen nichts, und ihr Einsatz ist weg.
Einsatz pro Kombi und Gesamteinsatz
An dieser Stelle machen Einsteiger die meisten Fehler. Der Gesamteinsatz ist der Einsatz pro Kombi mal die Zahl der Kombis. Bei 3 aus 4 mit 1 € pro Kombi zahlen Sie 4 €. Bei 3 aus 6 mit demselben Euro pro Kombi zahlen Sie schon 20 €, weil dieses System 20 Kombis hat. Manche Wettscheine fragen nach dem Einsatz pro Kombi, andere nach dem Gesamteinsatz, den sie dann gleichmäßig verteilen. Schauen Sie vor dem Abschicken nach, welche der beiden Zahlen Sie gerade eintippen. Sonst setzen Sie schnell das Vier- oder Zwanzigfache dessen, was Sie vorhatten.
Wie viele Fehler ein System verzeiht
Ein System „k aus n“ zahlt noch etwas aus, solange mindestens k Tipps richtig sind. Es verträgt also n − k Fehler. Bei 3 aus 4 ist das genau ein Fehler, bei 2 aus 4 sind es zwei, bei 3 aus 6 drei. Mit dem letzten erlaubten Fehler bleibt allerdings nur eine einzige Kombi übrig. „Verträgt einen Fehler“ bedeutet deshalb nur, dass noch Geld zurückkommt. Ob das mehr ist als Ihr Einsatz, hängt allein von den Quoten ab. Das rechnen wir weiter unten nach.
Beispiel: Systemwette 3 aus 4 komplett durchgerechnet
Wir nehmen vier Tipps mit den Quoten A 1,80, B 2,00, C 1,90 und D 2,10 und setzen 1 € auf jede Kombi. Aus vier Tipps lassen sich genau vier verschiedene Dreiergruppen bilden, denn jede Gruppe lässt einen der vier Tipps weg. Der Gesamteinsatz beträgt also 4 €.

| Kombi | Rechnung | Kombiquote | Auszahlung bei 1 €, wenn gewonnen |
|---|---|---|---|
| A · B · C | 1,80 × 2,00 × 1,90 | 6,84 | 6,84 € |
| A · B · D | 1,80 × 2,00 × 2,10 | 7,56 | 7,56 € |
| A · C · D | 1,80 × 1,90 × 2,10 | 7,182 | 7,18 € (gerundet) |
| B · C · D | 2,00 × 1,90 × 2,10 | 7,98 | 7,98 € |
| Summe | 4 Kombis × 1 € | — | 29,56 € (29,562 €) |
Alle vier Tipps richtig
Gewinnen alle vier Tipps, gewinnen auch alle vier Kombis: 6,84 + 7,56 + 7,182 + 7,98 = 29,562. Auf zwei Stellen gerundet sind das 29,56 €. Nach Abzug der 4 € Einsatz bleiben 25,56 € Gewinn. Das klingt gut, bis man es mit der einfachen Viererkombi vergleicht. Deren Quote ist 1,80 × 2,00 × 1,90 × 2,10 = 14,364. Legt man dieselben 4 € auf diese eine Kombi, bekommt man 57,46 € zurück (genau 57,456 €). Im besten Fall gibt das System also rund 27,89 € weniger her. Das ist der Preis für die Absicherung, und Sie zahlen ihn jedes Mal, wenn alles aufgeht.
Drei von vier richtig: es kommt darauf an, welcher Tipp fällt
Mit einem Fehler bleibt immer genau eine Kombi übrig, nämlich die, in der der verlorene Tipp nicht steckt. Wie viel Sie zurückbekommen, hängt davon ab, welcher Tipp danebengeht. Verliert D wie in der Grafik, bleibt A·B·C mit 6,84 €. Verliert dagegen A, bleibt B·C·D, und es kommen 7,98 € zurück. Am besten ist es für Sie, wenn der Tipp mit der niedrigsten Quote verliert, denn dann stehen die höheren Quoten in der verbleibenden Kombi.
Nur zwei von vier richtig
Mit zwei Fehlern ist jede Dreierkombi betroffen, denn keine Dreiergruppe aus vier Tipps kommt ohne mindestens einen der beiden verlorenen Tipps aus. Wir haben alle sechs möglichen Paare verlorener Tipps durchgerechnet. Der Rückfluss ist jedes Mal 0 €, und die vollen 4 € sind weg. Mehr als einen Fehler fängt 3 aus 4 nicht ab.
| Ausgang (4 € Gesamteinsatz) | Rückfluss System 3 aus 4 | Ergebnis System | Rückfluss Viererkombi mit 4 € |
|---|---|---|---|
| alle vier richtig | 29,56 € | +25,56 € | 57,46 € |
| nur A falsch | 7,98 € (B·C·D) | +3,98 € | 0 € |
| nur C falsch | 7,56 € (A·B·D) | +3,56 € | 0 € |
| nur B falsch | 7,18 € (A·C·D) | +3,18 € | 0 € |
| nur D falsch | 6,84 € (A·B·C) | +2,84 € | 0 € |
| zwei oder mehr falsch | 0 € | −4,00 € | 0 € |
Zum Vergleich noch vier Einzelwetten zu je 1 €. Wenn alles richtig ist, kommen 1,80 + 2,00 + 1,90 + 2,10 = 7,80 € zurück. Verliert D, sind es 5,70 €, also 1,70 € Gewinn. Das System liegt bei einem Fehler mit 2,84 € also knapp vor den Einzelwetten und bei vier Treffern weit vor ihnen. Bei zwei Fehlern retten die Einzelwetten dagegen noch etwas, das System nicht. Keine der drei Wettarten ist grundsätzlich besser. Jede verteilt das Risiko nur anders.
Anzahl der Kombis: die wichtigsten Systeme im Überblick
Wie viele Kombis ein System hat, ist keine Einstellung des Wettanbieters. Die Zahl ergibt sich aus der Mathematik, und zwar aus dem Binomialkoeffizienten „n über k“. Er gibt an, auf wie viele Arten sich k Tipps aus n auswählen lassen. Die folgende Tabelle zeigt die gängigen Systeme mit dem Gesamteinsatz bei 1 € pro Kombi. Die letzte Spalte zeigt, wie viele Kombis noch stehen bleiben, wenn genau ein Tipp verliert.
| System | Anzahl der Kombis | Tipps je Kombi | Gesamteinsatz bei 1 € je Kombi | verträgt Fehler | Kombis im Gewinn bei einem Fehler |
|---|---|---|---|---|---|
| 2 aus 3 | 3 Zweierkombis | 2 | 3 € | 1 | 1 |
| 2 aus 4 | 6 Zweierkombis | 2 | 6 € | 2 | 3 |
| 3 aus 4 | 4 Dreierkombis | 3 | 4 € | 1 | 1 |
| 2 aus 5 | 10 Zweierkombis | 2 | 10 € | 3 | 6 |
| 3 aus 5 | 10 Dreierkombis | 3 | 10 € | 2 | 4 |
| 4 aus 5 | 5 Viererkombis | 4 | 5 € | 1 | 1 |
| 3 aus 6 | 20 Dreierkombis | 3 | 20 € | 3 | 10 |
| 4 aus 6 | 15 Viererkombis | 4 | 15 € | 2 | 5 |
So rechnen Sie die Zahl selbst nach
Die Formel lautet n! ÷ (k! × (n − k)!). Einfacher geht es so: Multiplizieren Sie von n aus k Zahlen abwärts und teilen Sie das Ergebnis durch 1 × 2 × … × k. Für 3 aus 6 heißt das 6 × 5 × 4 = 120, geteilt durch 1 × 2 × 3 = 6, also 20 Kombis. Für 2 aus 5 ergibt sich 5 × 4 = 20, geteilt durch 2, also 10. Für 4 aus 6 sind es 6 × 5 × 4 × 3 = 360, geteilt durch 24, also 15.
An der Tabelle lässt sich eine Eigenschaft ablesen, die man leicht übersieht. 3 aus 5 und 2 aus 5 haben beide 10 Kombis, und 3 aus 4 hat genauso viele wie 1 aus 4, nämlich vier. Das liegt daran, dass k aus n immer so viele Kombis hat wie (n − k) aus n. Wer „wenige Fehler erlaubt“ wählt, bekommt große Kombis mit hoher Quote, aber schmaler Absicherung. Wer „viele Fehler erlaubt“ wählt, bekommt viele kleine Kombis mit niedriger Quote.
Ein kleineres Beispiel: 2 aus 3
Nehmen Sie nur die ersten drei Tipps, also A 1,80, B 2,00 und C 1,90, als System 2 aus 3 mit 1 € pro Kombi. Der Gesamteinsatz ist 3 €. Die drei Zweierkombis haben die Quoten A·B 3,60, A·C 3,42 und B·C 3,80. Sind alle drei Tipps richtig, kommen 10,82 € zurück, also 7,82 € Gewinn. Verliert C, bleiben 3,60 €, ein Plus von nur 0,60 €. Verliert B, bleiben 3,42 € und damit 0,42 €. Schon hier sieht man, dass ein Fehler bei Quoten um 2,00 gerade noch ins Plus führt. Mit niedrigeren Quoten geht die Rechnung nicht mehr auf.
Das Banksystem: ein Tipp in jeder Kombi
Eine „Bank“ ist ein Tipp, dem Sie so sehr vertrauen, dass Sie ihn fest in jede Kombi des Systems einbauen. Die übrigen Tipps werden wie gewohnt kombiniert, und die Bank kommt in jede dieser Kombis hinzu. Das spart Kombis und damit Einsatz. Dafür gibt es eine harte Bedingung: Verliert die Bank, verliert jede Kombi, und das ganze System ist weg, egal wie die anderen Tipps ausgehen.
Wir bleiben bei denselben Quoten und nehmen B (2,00) als Bank. Die anderen drei Tipps A, C und D laufen als 2 aus 3. So entstehen drei Kombis mit je drei Tipps, jede davon mit B. Bei 1 € pro Kombi beträgt der Gesamteinsatz 3 € statt 4 € beim normalen 3 aus 4.
| Kombi (Bank B + 2 aus 3) | Rechnung | Kombiquote | Auszahlung bei 1 € |
|---|---|---|---|
| B · A · C | 2,00 × 1,80 × 1,90 | 6,84 | 6,84 € |
| B · A · D | 2,00 × 1,80 × 2,10 | 7,56 | 7,56 € |
| B · C · D | 2,00 × 1,90 × 2,10 | 7,98 | 7,98 € |
| alle richtig | 3 Kombis × 1 € = 3 € Einsatz | — | 22,38 € (Gewinn 19,38 €) |
So sehen die Ausgänge im Vergleich aus:
- Nur D falsch: B·A·C bleibt stehen. Rückfluss 6,84 €, Gewinn 3,84 € auf 3 €. Das normale 3 aus 4 bringt hier dieselben 6,84 €, aber nur 2,84 € Gewinn, weil es 4 € gekostet hat.
- Nur A falsch: B·C·D bleibt stehen. Rückfluss 7,98 €, Gewinn 4,98 € (bei 3 aus 4: 3,98 €).
- Nur C falsch: B·A·D bleibt stehen. Rückfluss 7,56 €, Gewinn 4,56 € (bei 3 aus 4: 3,56 €).
- Nur die Bank B falsch: Rückfluss 0 €, Verlust 3 €. Das normale 3 aus 4 hätte hier noch A·C·D mit 7,18 € gerettet.
- Alle richtig: 22,38 € gegenüber 29,56 € beim 3 aus 4. Die fehlende Kombi A·C·D kostet im besten Fall 7,18 €.
Das Banksystem lohnt sich also genau dann, wenn Ihre Bank wirklich hält. Dann verdienen Sie bei einem Fehler unter den übrigen Tipps pro Szenario einen Euro mehr, weil Sie einen Euro weniger eingesetzt haben. Hält die Bank nicht, ist alles verloren, während das volle System diesen Fehler noch aufgefangen hätte. Nehmen Sie als Bank deshalb den Tipp, bei dem Sie sich am sichersten sind. Das muss nicht der mit der niedrigsten Quote sein, aber auf keinen Fall ein Wackelkandidat.
Die Zahl der Kombis ändert sich durch die Bank nicht gegenüber dem System ohne Bank. „Bank + 2 aus 3“ hat 3 Kombis wie 2 aus 3, nur ist jede Kombi um die Bank länger und hat damit eine höhere Quote. Bei zwei Banken steckten beide in jeder Kombi. Dann reicht schon ein Fehler bei einer der beiden Banken, und der Schein ist verloren.
Trixie, Patent, Yankee: die englischen Vollsysteme
In englischsprachigen Wettscheinen tauchen Namen wie Trixie, Patent oder Yankee auf. Gemeint sind Vollsysteme. Sie enthalten nicht nur Kombis einer Größe, sondern mehrere Größen auf einmal. Richtig verstanden sind es einfach mehrere „k aus n“-Systeme auf einem Schein zusammen.
| Name | Tipps | Anzahl Wetten | Zusammensetzung | Beispiel mit A, B, C, 1 € je Wette, alle richtig |
|---|---|---|---|---|
| Trixie | 3 | 4 | 3 Zweierkombis + 1 Dreierkombi | 17,66 € bei 4 € Einsatz |
| Patent | 3 | 7 | 3 Einzelwetten + 3 Zweierkombis + 1 Dreierkombi | 23,36 € bei 7 € Einsatz |
| Yankee | 4 | 11 | 6 Zweierkombis + 4 Dreierkombis + 1 Viererkombi | mit A, B, C, D: 66,72 € bei 11 € Einsatz |
Die Zahlen lassen sich mit der Tabelle oben prüfen. Der Trixie besteht aus 2 aus 3 (3 Kombis) plus 3 aus 3 (1 Kombi), zusammen 4. Der Patent nimmt zusätzlich die drei Einzelwetten dazu und kommt auf 7. Der Yankee setzt sich aus 2 aus 4 (6), 3 aus 4 (4) und 4 aus 4 (1) zusammen, macht 11. Beim Yankee mit unseren vier Quoten beträgt der Rückfluss bei vier Treffern genau 66,716 €.
Wie verschieden sich diese Systeme bei einem Fehler verhalten, zeigt ein Blick auf den Fall, dass C verliert. Beim Trixie bleibt dann nur A·B mit 3,60 € übrig. Bei 4 € Einsatz ist das ein Verlust von 0,40 €. Beim Patent kommen die Einzelwetten A (1,80 €) und B (2,00 €) hinzu. Das ergibt 7,40 € bei 7 € Einsatz und damit ein kleines Plus von 0,40 €. Mehr Wetten bedeuten mehr Absicherung, aber auch einen höheren Einsatz.
Wann sich eine Systemwette lohnt und wann nicht
Ob sich ein System lohnt, entscheidet vor allem eine Zahl: der Rückfluss bei genau dem Fehler, den das System auffangen soll. Liegt er unter dem Gesamteinsatz, schützt Sie das System nicht vor einem Verlust, sondern nur vor dem Totalverlust. Viele Einsteiger merken erst nach dem ersten „gewonnenen“ Systemschein, dass sie trotzdem Geld verloren haben.
Der Break-even: die Mindestquote je Tipp
Damit die Rechnung übersichtlich bleibt, nehmen wir an, dass alle Tipps dieselbe Quote q haben und auf jeder Kombi 1 € liegt. Bleiben nach einem Fehler w Kombis mit je k Tipps stehen, beträgt der Rückfluss w × qk. Die Gewinnschwelle ist erreicht, wenn dieser Wert den Gesamteinsatz erreicht, also die Zahl der Kombis N. Die Mindestquote ist damit q = (N ÷ w)1/k. Für 3 aus 4 heißt das (4 ÷ 1)1/3 ≈ 1,587. Erst ab einer Quote von 1,59 pro Tipp macht ein einzelner Fehler keinen Verlust mehr, denn 1,59³ ≈ 4,02.
| System | Kombis (= Einsatz in €) | Mindestquote je Tipp bei einem Fehler | Mindestquote je Tipp bei zwei Fehlern |
|---|---|---|---|
| 2 aus 3 | 3 | 1,74 (1 Kombi bleibt) | — (Totalverlust) |
| 2 aus 4 | 6 | 1,42 (3 Kombis bleiben) | 2,45 (1 Kombi bleibt) |
| 3 aus 4 | 4 | 1,59 (1 Kombi bleibt) | — (Totalverlust) |
| 2 aus 5 | 10 | 1,30 (6 Kombis bleiben) | 1,83 (3 Kombis bleiben) |
| 3 aus 5 | 10 | 1,36 (4 Kombis bleiben) | 2,16 (1 Kombi bleibt) |
| 4 aus 5 | 5 | 1,50 (1 Kombi bleibt) | — (Totalverlust) |
| 3 aus 6 | 20 | 1,26 (10 Kombis bleiben) | 1,71 (4 Kombis bleiben) |
| 4 aus 6 | 15 | 1,32 (5 Kombis bleiben) | 1,97 (1 Kombi bleibt) |
Alle Werte sind auf zwei Nachkommastellen aufgerundet. Mit der angegebenen Quote liegt man also knapp über der Schwelle, mit einem Hundertstel weniger knapp darunter. Das ist der reine Break-even. Er sagt nur, ab wann ein Fehler nichts kostet, und nicht, ob die Wette auf lange Sicht etwas einbringt. Ob sie das tut, hängt davon ab, wie oft Ihre Tipps tatsächlich aufgehen.
Was die Tabelle zeigt
Beim letzten erlaubten Fehler braucht man hohe Quoten. Bei 2 aus 4 mit zwei Fehlern bleibt eine einzige Zweierkombi übrig. Sie muss sechs Kombis bezahlen, und dafür braucht jeder Tipp eine Quote von mindestens 2,45. Bei 3 aus 6 mit zwei Fehlern reichen 1,71, weil noch vier Kombis stehen. Große Systeme verteilen den Schaden breiter, kosten aber von Anfang an mehr Einsatz.
Gegenbeispiel: 3 aus 4 mit Favoritenquoten
Angenommen, Sie spielen vier Favoriten zu je 1,40 als 3 aus 4 mit 1 € pro Kombi, also 4 € Einsatz. Jede Dreierkombi hat dann die Quote 1,40³ = 2,744. Geht ein Tipp daneben, kommen 2,74 € zurück, und Sie verlieren 1,26 €, obwohl drei von vier Tipps richtig waren und das System „gewonnen“ hat. Nur wenn alle vier Tipps aufgehen, kommen 10,98 € zurück (genau 10,976 €), ein Gewinn von 6,98 €. Mit so niedrigen Quoten ist das System keine Absicherung. Es verteilt nur einen Verlust. Für 1,40 wäre die Mindestquote von 1,59 aus der Tabelle klar verfehlt.
Wann ein System sinnvoll ist
- Die Quoten liegen über der Mindestquote aus der Tabelle, und zwar für die Zahl an Fehlern, die Sie realistisch erwarten. Im Beispiel oben liegen alle vier Quoten zwischen 1,80 und 2,10 und damit über 1,59. Deshalb endet jeder Einzelfehler im Plus.
- Sie sind sich bei mehreren Tipps ähnlich sicher, aber nicht sicher genug für eine Kombi, bei der ein einziger Fehler alles kostet.
- Sie haben einen wirklich starken Tipp, den Sie als Bank nehmen können. Dann sparen Sie Kombis und Einsatz, wie im Banksystem oben gezeigt.
Wann ein System nicht sinnvoll ist
- Bei lauter niedrigen Quoten. Dann bleibt der Rückfluss bei einem Fehler unter dem Einsatz, siehe das Beispiel mit 1,40.
- Wenn Sie eigentlich nur eine Kombi wollen. Gehen alle Tipps auf, liegt das System immer hinter der Kombi mit demselben Gesamteinsatz, im Beispiel mit 29,56 € gegenüber 57,46 €.
- Wenn der Gesamteinsatz nicht mehr zum Budget passt. 3 aus 6 kostet bei 1 € pro Kombi 20 €, bei 5 € pro Kombi schon 100 €. Wer mit einem Einzahlungslimit spielt, sollte das vorher durchrechnen. Unser Beitrag zum Thema LUGAS-Limit erklärt, wie diese Grenze funktioniert. Welche Anbieter ohne dieses Limit arbeiten, steht in der Übersicht der Wettanbieter ohne LUGAS.
Die Systemwette auf dem Wettschein: Beispiel GT.bet
Auf dem Wettschein erscheint die Systemwette meist als eigene Wettart neben der Einzelwette und der Kombi. Beim Anbieter GT.bet ist das gut zu sehen: Der Wettschein hat oben drei Reiter, nämlich Einzel, Kombi und System. Die Systemwette ist dort also eine eigene Wettart, keine Einstellung innerhalb der Kombi.

Unabhängig vom Anbieter sollten Sie auf dem Schein vor dem Abschicken drei Dinge prüfen. Erstens, welches System gewählt ist, zum Beispiel 3 aus 4 oder 2 aus 4. Zweitens, ob die angezeigte Zahl der Kombis zur Tabelle weiter oben passt. Drittens, ob der eingegebene Betrag pro Kombi oder für den ganzen Schein gilt. Passt die Zahl der Kombis nicht, ist meist ein anderes System ausgewählt, als Sie denken. Welche Anbieter ohne deutsche Lizenz wir geprüft haben, finden Sie auf unserer Übersicht der Wettanbieter ohne deutsche Lizenz. Neuere Marken stehen bei den neuen Wettanbietern. Ob sich ein Systemgewinn schnell abheben lässt, ist eine eigene Frage. Dazu gibt es unseren Vergleich der Wettanbieter mit schneller Auszahlung, und wie Geld überhaupt auf das Wettkonto kommt, zeigt der Leitfaden zu den Zahlungsmethoden.
Wettsteuer bei der Systemwette
Bei Anbietern mit deutscher Lizenz fallen 5,3 % Wettsteuer an, und zwar auf den Einsatz jeder einzelnen Kombi. Bei einem System verteilt sich die Steuer damit auf alle Kombis. Bei 4 € Gesamteinsatz sind das rund 0,21 €. Zieht ein Anbieter die Steuer vom Einsatz ab, arbeiten von jedem Euro nur noch 0,947 €. Die 6,84 € aus unserem Beispiel schrumpfen dann auf 6,48 €. Anbieter ohne deutsche Lizenz ziehen auf dem Wettschein nichts ab, deshalb rechnen alle Beispiele auf dieser Seite ohne Abzug. Wer die Steuer schuldet und wie Anbieter sie weitergeben, erklärt unser Beitrag zu Sportwetten ohne Steuer.
Typische Fehler bei der Systemwette
„Gewonnen“ heißt nicht „im Plus“
Die Anzeige „gewonnen“ bezieht sich auf einzelne Kombis, nicht auf den Schein als Ganzes. Im Beispiel mit vier Favoriten zu 1,40 ist eine Kombi gewonnen, und trotzdem stehen am Ende 1,26 € Verlust. Rechnen Sie immer den Rückfluss gegen den Gesamteinsatz.
Mehr Fehler erwarten, als das System verträgt
3 aus 4 fängt genau einen Fehler ab, nicht zwei. Wir haben alle sechs möglichen Paare verlorener Tipps nachgerechnet, und der Rückfluss war in jedem Fall 0 €. Wer zwei Fehler einkalkuliert, braucht ein System wie 2 aus 4 oder 3 aus 5. Dann braucht er aber auch die höheren Mindestquoten aus der Break-even-Tabelle.
Zu viele Tipps ins System packen
Mit jedem zusätzlichen Tipp wächst die Zahl der Kombis schnell. Aus 3 aus 5 mit 10 Kombis wird 3 aus 6 mit 20. Ein einziger Tipp mehr verdoppelt hier den Einsatz. Vollsysteme wachsen noch schneller: Alle Kombis ab zwei Tipps aus vier Tipps ergeben 11 Wetten (der Yankee), aus drei Tipps nur 4 (der Trixie).
Die Bank nach der Quote wählen
Als Bank gehört der Tipp, bei dem Sie sich am sichersten sind, nicht der mit der höchsten Quote. Verliert die Bank, ist der ganze Schein verloren. Im Banksystem oben hätte eine verlorene Bank B 3 € gekostet, während das normale 3 aus 4 in derselben Lage noch 7,18 € zurückgebracht hätte.
Hilfe und Verantwortung
Eine Systemwette ist kein Mittel, um Verluste auszuschließen. Sie verteilt das Risiko nur anders, und sie kostet mehr Einsatz als eine einfache Kombi. Legen Sie Ihr Budget fest, bevor Sie den ersten Schein ausfüllen, und rechnen Sie den Gesamteinsatz eines Systems immer gegen dieses Budget. Wenn das Wetten mehr Raum einnimmt, als Ihnen lieb ist, finden Sie kostenlose und anonyme Beratung bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Telefon 0800 1 372 700 und online unter check-dein-spiel.de. Sportwetten sind nur für Erwachsene ab 18 Jahren.




